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Wintergarten Rattanmöbel

Hohlwanddämmung

Wirtschaftlichkeit einer nachträglichen Hohlwanddämmung

Unter Hohlwand ist in diesem Zusammenhang eine in den 60-er und 70-er Jahren weit verbreitete Konstruktion aus tragendem Mauerwerk innen und einer Verblendkonstruktion als Vorsatzschale außen, zu verstehen; zwischen beiden Schalen befindet sich eine ungedämmte Luftschicht von ca. 5-7 cm. Diese Konstruktion ist hinsichtlich immer höher werdender Energiekosten natürlich wenig effizient. Zur Verbesserung der Wärmedämmeigenschaft dieser Konstruktion bietet es sich an, die mit Luft gefüllte Hohlschicht zwischen beiden Wänden mit einem Dämmstoff zu füllen. Dies können z.B. Perlite, Zellolose, Steinwollflocken oder eingespritzte Schäume sein. In der Regel geschieht dies von Außen durch ein spezielles Einblasverfahren; in der Außenwand (Verblender) werden in bestimmten Abständen Öffnungen geschaffen (mittels Schleifmaschine (Trennschleifer) werden ganze Steine herausgenommen oder es werden Bohrungen in den Kreuzfugen z.B. mittels Bohrhammer hergestellt), in die der Dämmstoff mittels Einblasmaschine und Schläuchen eingebracht wird. Anschließend werden diese Öffnungen wieder geschlossen. Worauf ist bei diesen Verfahren genau zu achten? Da die zu verfüllende Hohlschicht von relativ geringer Dicke (5-7 cm) ist, sollte der verwendete Dämmstoff einen möglichst geringen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit(<= 0,035 W/(m x K)) aufweisen. (Je kleiner, desto besser) Weitere zu stellende Anforderungen sind:

1) Dämmstoff sollte für genau diesen Einsatzzweck eine bauaufsichtliche Zulassung haben
2) Dämmstoff sollte nicht brennbar sein
3) Dämmstoff sollte keine Feuchtigkeit aufnehmen können bzw. feuchtigkeitsabweisende Eigenschaften haben
4) Dämmstoff sollte dauerhaft
ungeziefersicher sein
5) Dämmstoff  sollte dauerhaft alterungs- und verrottungsbeständig sein
6) Dämmstoff sollte umweltfreundlich (Herstellung, Verarbeitung, Einsatz) sein
7) Dämmstoff sollte einen geringen Wasserdampfdiffussionswiderstand haben (leichte Abgabe von Feuchtigkeit von innen nach außen)
8) Dämmstoff sollte sich im Hohlraum gut verteilen lassen und danach ein geringes Setzverhalten zeigen
9) Dämmstoff sollte nur von geschultem, zertifiziertem Fachpersonal verarbeitet werden.

Insbesondere ist bei der Wahl dieses Dämmsystems darauf zu achten, daß die zu verfüllende Hohlschicht vorher hinsichtlich Ihrer Eignung überprüft wird. (am Besten zerstörungsfrei durch eine Endoskopie-Untersuchung; mit Bericht) Mögliche Problemstellen können eine nicht geschlossene Mauerwerkskrone (oberer Abschluss des Mauerwerks), nicht ordentlich umschlossene durchdringend Bauteile, wie Holzbalken usw., ein mit Mörtel gefüllter Mauerwerksfuß oder vorhandene Lüftungsöffnungen im Außenmauerwerk, sein. Falls sich die Hohlschicht für dieses Verfahren eignet, so sind die Arbeiten z.B. für ein Einfamilienhaus meist an einem Tag erledigt. (ohne Beeinträchtigungen im Innenbereich des Hauses) Diese Art der Hohlraumdämmung lässt sich natürlich auch auf andere Arten von Hohlräumen anwenden. (Bei Vorliegen vor genannter Vorraussetzungen)
Das stellenweise von der Industrie bzw. dem Handwerk versprochene Gesamtenergieeinsparpotenzial durch eine Außenwanddämmung von 25- 30 % erscheint allerdings sehr hoch gegriffen.
Am Beispiel eines Einfamilienhauses mit ca. 150 m2 zu verfüllender Wandfläche bei 7 cm Luftschichtdicke und einer angenommenen Ist-Konstruktion von ( Innenzementputz: 1,5 cm, Innenschale der Außenwand: 17,5 cm Porenbeton, Luftschicht: 7cm, Verblendmauerwerk: 11,5 cm), lassen sich nach Berechnungen
im Rahmen der aktuellen EnEV (Energieeinsparverordnung) durch das Verfüllen der Hohlschicht mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeitsklasse 035 etwa 2500-3000 kWh/Jahr an Heizwärmeenergie einsparen. Wenn man einen Gaspreis von 0,06 Euro/kWh zugrunde legt und dann eine jährliche Gaspreissteigerung von ca. 10 % annimmt, kann sich jeder selbst ausrechnen, wann sich die Investition einer Hohlwanddämmung (im obigen Beispiel ~ 2500 Euro) bezahlt macht; in der Regel nach 8-10 Jahren.
Betrachtet man, dass die Gaspreise auch quasi explodieren könnten, sollte man auf jeden Fall überprüfen, ob eine nachträgliche Hohlwanddämmung im individuellen Fall lohnend ist, oder ob andere Sparmaßnahmen wirtschaftliche sein könnten. Energie verschenken, sollte man auf gar keinen Fall.